MM Walters – vertaling in Duits

MM Walters – vertaal deur Robert Schall

Apocrypha III

 

Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland,

aus dem Diensthause, geführet habe. – Exodus 20:2.

 

Der leichte Leib wie er erwacht –

das Schreckenbein das Schenkel wird,

Brüstchen die wie Samen keimen und

sich wölben bis ihr Beben Phantasie entfacht.

 

Die braungebrannte Haut und die grazilen Glieder –

Backfisch der sich schüchtern hinter Deckung regt

und nascht am Köder, spielerisch entschlüpft

und wieder lockend durch die goldnen Flossen späht.

 

Die Frau die an der Schwelle steht und harrt –

Knospe die sich öffnet, duftet, zart

erblüht, errötend Frucht wird,

und voll und ausgereift, betastet und gepflückt wird.

 

Nein, Herr, ich bin noch im Sklavenhaus,

noch hat niemand mich aus ihm herausgeführt!

 

 

Apocrypha XXII

 

Sie aber sprach zu ihm: Nicht, mein Bruder,

denn so tut man nicht in Israel. – 2 Samuel 13:12.

 

Ich würde auch gerne schreiben

über meine Frau –

poetisch schwärmen

über wohlgeformte

weiße Glieder –

von den ersten Entdeckungszügen

in das süße Unbekannte,

Kreuzzüge alle,

das heilige Land zu erkunden –

von der weichen Wellung der Hügel

rund um die Turmberge –

vom mühsamen, sorgsamen Suchen

 – die hohen Kalbsberge entlang –

bis zur Krone des Zuckerbusches

und zum seltsamen Samt

der Bergrose –

vom schwindlig blinden Gang

auf den steilsten Zinnen

und dem tiefen, tiefen Wegsinken

im Tau

von blauen Wasserfallklüften.

 

Ah! Meine Frau ist eine Königstochter!

Doch sie versteht Deutsch

und wird es nicht dulden

dass ich albern werde.

 

 

Apocrypha XXXIX

 

Und trieb Adam aus, und lagerte vor den Garten Eden

den Cherub mit einem bloßen hauenden Schwert. – Genesis 3:24.

 

Schaff dich weg mit deinem Flammenschwert!

Ich will zurück durch dieses Tor:

da drinnen liegt ein Land von süßer Milch –

das Paradies das ich verlor.

 

Ich vermisse so die Mangos und die Feigen –

Rundungen, dereinst exotisch sacht,

den Maigeschmack des wilden Honigs der

so süß ist dass er schwindlig macht.

 

Hier draußen ist das Leben wüst wie die Karoo,

hart und dürr und bitter kalt,

was wasserreiche Auen sind im Paradies,

ist Sand und Staub, Salz und Basalt.

 

Versteh mich recht:  Eva hat mich verlassen und ich suche Rat

vom Alten Herrn in Sachen Rippentransplantat.

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